Preisträgerin 2015

Preisträger des Hans Driesch Wissenschaftspreises 2015: Dr. Gerda Lier (1942 – 2009)

Gerda Lier wurde am 22. April 1942 als Tochter eines Zimmermanns in Hamburg geboren. Mitte der 1970er Jahre holte sie im Rahmen des sogenannten zweiten Bildungswegs ihr Abitur nach und begann einige Jahre später, im Herbst 1985, mit dem Studium der Religionsphilosophie in Frankfurt. Nach dem erfolgreichen Magister-Abschluss im Jahr 1992 begann Gerda Lier im darauf folgenden Jahr mit ihrer Dissertation, deren Thema sie 16 Jahre lang bewegen sollte, bis sie schließlich 2009, dem Jahr, in dem auch eine tödliche Krankheit bei ihr diagnostiziert wurde, den Grad eines Doktors der Philosophie erhielt.

Begründung der Jury:

Gerda Lier hat in ihrer Dissertation über das “Unsterblichkeitsproblem” in wissenschaftlich nachdrücklicher Weise ein uraltes Thema der Menschheit in einer besonders detaillierten, fachübergreifenden und akribischen Weise aufgearbeitet.

Von alten philosophischen Überlegungen, die bis heute nichts an Bedeutung eingebüßt haben, über biologische, physikalische, mathematische Erkenntnisse bis hin zu zeitgenössischen Forschungsergebnissen, hat Gerda Lier mit ihrer über 1.450 Seiten umfassenden Promotionsschrift einen neuen und modernen Meilenstein in einem Forschungsbereich gesetzt, der in der Regel von der Schulwissenschaft und sogar in manchen Teilen der Parawissenschaften mit Argwohn betrachtet und abgelehnt wird. Umso mehr ist ihre 16 Jahre dauernde Arbeit zu würdigen, die zudem im Sinne der transdisziplinären Ausrichtung des Hans Driesch Wissenschaftspreises ein Paradebeispiel für fachübergreifendes und zudem dogmafreies Denken ist. Frei von Zwängen des universitären Betriebs, ganz im Sinne eines klassischen Privatgelehrtentums, forschte Gerda Lier in einem sehr kontroversen und oftmals gar von Repressionen und Anfeindungen begleiteten Bereichs.

Dr. phil. Gerda Lier starb kurz nach der Verteidigung ihrer Dissertation und dem Erhalt ihres Doktorgrades im Jahre 2009. Ihr wird der Preis posthum verliehen.