Preisträger 2014

Preisträger des Hans Driesch Wissenschaftspreises 2014: Dr. Dr. Walter von Lucadou

lucadouWalter von Lucadou studierte Physik und Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Freien Universität Berlin. Nach dem Diplom in Physik wurde er an der Universität Freiburg zum Dr. rer. nat. promoviert. Beeinflusst von Hans Drieschs Methodenwerk Parapsychologie – Die Wissenschaft der okkulten Erscheinungen und dem Parapsychologen Hans Bender initiierte er ein Forschungsprojekt, das von September 1979 bis April 1985 am Lehrstuhl für Psychologie und Grenzgebiete der Psychologie am Psychologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt wurde. 1986 erfolgte die Promotion in Psychologie an der FU Berlin. 1989 gründete Lucadou die parapsychologische Beratungsstelle der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie in Freiburg, die er seither leitet.

Begründung der Jury:

Mit dem Hans Driesch Wissenschaftspreis sollen Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die einen innovativen, disziplinübergreifenden Weg – auch gegen Widerstände – gehen oder gingen. Unabhängig von der aktuellen Anerkennung ihrer Forschungsergebnisse soll auch der Mut belohnt werden, neue Pfade zu beschreiten und den wissenschaftlichen Mainstream zu verlassen. Die Freiheit des Denkens darf auch in der Wissenschaft nie eingeschränkt werden, gerade wenn die Gedanken die Grenzen der vorherrschenden Meinung überschreiten. Auch diese Freiheit soll der Preis unterstützen.

Dr. Dr. Walter von Lucadou ist als Psychologe und Physiker seit vielen Jahren Rätseln auf der Spur, die sich nicht in allen Fällen mit herkömmlichen Denkansätzen auf Basis der aktuell verbreiteten (natur)wissenschaftlichen Theorien erklären lassen. Seine Arbeit, als parapsychologisch beschriebene Phänomene zu erforschen, entlarvt zwar auf der einen Seite Illusionen, physikalische Effekte oder Selbsttäuschungen. Auf der anderen Seite bleibt aber auch Unerklärliches, das Walter von Lucadou mit wissenschaftlichen Methoden betrachtet und das er entsprechend fundiert zu erklären versucht. Dabei vertritt er beispielsweise die Auffassung, dass eine „Verschränkung“ im Sinne der Quantenmechanik die Erklärung für bislang nicht zu Verstehendes sein kann, indem Elementarteilchen korreliert sind, ohne dass eine kausale Beziehung zwischen ihnen besteht. Im Zeitalter materialistisch-reduktionistischer Dominanz führen derartige Forschungen und theoretische Modellierungen regelmäßig zu Ablehnung in den Kreisen des wissenschaftlichen Mainstreams, bis hin zu spöttischen Kommentaren im dazu gehörigen Umfeld.

Umso mehr ist der Weg Walter von Lucadous zu unterstützen, sich ganz offensichtlichen parapsychologischen Realitäten zu stellen sowie überdisziplinär und unbeirrt seit Jahrzehnten darüber zu forschen und Bericht zu erstatten.

Und die Jury möchte nicht unerwähnt lassen, dass er als Leiter der Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg auch vielen Menschen eine fundierte und seriöse Hilfe ist, die – Zitat der Beratungsstelle – “ungewöhnliche, paranormale, okkulte oder unerklärliche Erfahrungen gemacht haben und kompetente Gesprächspartner oder Hilfestellung für den Umgang mit ihren Erfahrungen benötigen.”

(Hier können Sie ein SWR2-Interview mit Dr. Dr. Walter von Lucadou hören/laden, das einen guten Einblick in seine Arbeit und sein Denken vermittelt.)