Kunst und Ökonomie

Ein Schwerpunkt unserer Institutsarbeit liegt auf der Schnittmenge von Kunst und Ökonomie. Die Kunstökonomik ein gesetzter Bereich der Ökonomie, und es gab schon zu Beginn des vorigen Jahrhunderts – zum Beispiel durch Drey (1910) – Überlegungen zum Thema. In den 1960er Jahren erarbeiteten Baumol und Bowen (1966) einen Ansatz zur Finanzierungsproblematik der darstellenden Künste, Performing Arts: The Economic Dilemma, der als Startpunkt für die moderne Kulturökonomie gilt, so wie Adam Smiths The Wealth of Nations als Ausgangspunkt für die Ökonomie im Allgemeinen. 1977 erschien dann in den USA die erste Ausgabe des Journal of Cultural Economics, das heute das führende Periodikum kulturökonomischer Forschung ist. Im deutschsprachigen Raum ist die Arbeit von Pommerehne und Frey (1993) mit Blick auf die darstellende und die bildende Kunst als Meilenstein hervorzuheben. Analysen der darstellenden Kunst sind seit Baumol und Bowen der „Standard“ kulturökonomischer Forschung, die Malerei als Teil der bildenden Kunst ist in Deutschland mit der Arbeit von Landwehr (1998) erstmalig neoklassisch untersucht worden, die Betrachtung der Literatur durch einen Wirtschaftswissenschaftler fand hierzulande bereits drei Jahre früher durch Tietzel (1995) statt. Driesch (2013) ergänzte die kunstökonomische Betrachtung z. B. um die Idee “relativer Kaufpreise” oder einen spieltheoretischen Ansatz zur Kunstmarktentstehung.